Vor einiger Zeit fand die “Fuck-Up Night” des VCMs statt. Aber was ist ein „Fuck-up“ eigentlich? Die Übersetzung lautet im Internet durchaus „eine riesen Schei*e“ oder ein peinlicher Fehler. In der Start-up Szene sind die Fuck-up Nights als sehr spannende Abende bekannt, bei denen Gründer*innen von ihren Misserfolgen und/ oder gescheiterten Unternehmen sprechen, mit meist bewegenden, oft aber auch lustigen Geschichten.

Lernen in jeglicher Hinsicht und viel Humor

Bei dieser sehr witzigen Veranstaltung erfahren wir immer wieder neue Fuck-Ups, die beim Gründen passieren können und die neue Gründer*innen im besten Fall vermeiden sollten. Unsere Fuck-up Night war weniger von gescheiterten Unternehmen als vielmehr von den regelmäßigen Fuck-ups im Start-up Alltag geprägt, denn auch da gibt es eine Menge zu entdecken und zu lernen. Und aus den Fehlern können nicht nur Gründer*innen, sondern auch Zuhörer*innen sehr viel lernen und mitnehmen. Also alles halb so wild, Hauptsache etwas gelernt. Schließlich geht es ja viel ums Learning.

Warum man Kundenbindung nicht unterschätzen sollte

Vier tolle Gäste haben sich Zeit genommen, uns von ihren neuesten Fuck-Ups zu berichten. Unser erster Speaker erzählte uns von seinen letzten Fuck-Ups, die dem Start-Up sehr viel Zeit, Geld und natürlich Nerven gekostet haben. Das Team hat sich am Anfang zu sehr auf das Hunting von neuen Kunden fokussiert, wodurch die bestehenden Kunden aus dem Fokus geraten sind. Nach einiger Zeit hat das Start-Up nämlich festgestellt, dass deren ersten Kunden keine Aufträge mehr erteilt haben. Es wurde also viel Geld in neue Kunden gesteckt ohne dabei ein Tracking auf Kundenbasis zu haben. Von nun an konzentriert sich das Start-Up darauf systematisch den Costumer Success auszubauen. Der Fokus liegt jetzt klar im Farming, dass heißt eine Partnerschaft auf Augenhöhe mit den Kunden aufzubauen. Zwei Tipps hat uns der Speaker auch noch mitgegeben: Von Anfang an Zuständigkeiten festlegen und alles zu Ende denken. 

Darauf solltest du bei deinen Kundengesprächen unbedingt drauf achten

Der größte Fuck-Up von unserer zweiten Speakerin: Bei ihrer Idee kam es zum Schluss gar nicht mehr zur Ausgründung. Das Problem: Das Team hat sich bei der Produktentwicklung bei sehr wichtigen Datenpunkten vertan. Dadurch haben sie sich auf zu viele Punkte gleichzeitig fokussiert, wodurch es zu viele Baustellen gab. Später kam aber heraus, dass es eigentlich nur drei Knackpunkte gab. Da war es aber leider schon zu spät. Zwar stand das Team viel mit ihren Kunden im Austausch, hat aber, so unsere Speakerin, vielleicht nicht die richtigen Fragen gestellt. Das Learning aus der ganzen Sache: Immer mal wieder zurücktreten und auch mal Teammitglieder aus anderen Bereichen mit in die Gespräche nehmen. Dazu muss man differenzieren zwischen was der Kunde sagt und was der Kunde tatsächlich braucht. Da ist wirklich Feingefühl gefragt und richtiges Zuhören. Wichtig sei es, die Kunden richtig zu verstehen und die eigenen Fragen hin und wieder auch mal zu hinterfragen.

Nur wenn man Fehler begeht, kann in Zukunft wachsen

Das es im Startup Alltag andauernd zu Fuck-ups kommt hat der dritte Speaker uns mit dem jeweiligen Fuck-up des Monats in 2021 deutlich gemacht. Von nicht ganz wasserdichten Verträgen, die finanziell zum Problem werden können über enttäuschende Momente, wenn die erste Kündigung eintrifft bis hin zu unangenehmen Gesprächen mit richtig schlechtem Feedback. Auch wenn es schwer fällt, gerade dann muss man versuchen die positiven Seiten von Fehlern zu sehen: Man kann extrem viel dabei lernen, nicht nur auf Seiten des Teams, sondern auch als Zuhörer:in.

Obwohl es durchaus Definitionen des Wortes Fuck-up gibt, hat doch jeder eine eigene Version davon. Eine unserer Speaker*innen hat es für sich als ein Fehler oder Missgeschick mit Tragweite definiert, den man auch noch nach einem Jahr als solchen wahrnimmt. Aber betont besonders man solle deshalb keine Angst vor Fehlern haben, denn sie bieten auch große Chancen. Schließlich entstanden auch die Entdeckungen neuer Länder oder des Antibiotikums aus Fehlern.

Und der größte Fehler wäre doch, es aus Angst vor “Fuck-Ups” gar nicht erst zu versuchen.

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