Stellt euch doch mal kurz vor – wer seid ihr?

Wir, das sind Christian, der Psychologe, Robin, der Softwareentwickler und Jean, der BWLer, sind die Gründer von Echometer. Echometer ist ein HR-Startup und eine Ausgründung der psychologischen Fakultät der Universität Münster und des VCM.

Warum gibt es euch, was ist eure Idee?

Wir drei Gründer hatten den Traum, agile Teamentwicklung in jedes Unternehmen zu bringen. Anders als bisherige Tools sollte Echometer psychologisch fundiert sein und nicht nur den Status Quo messen, sondern aktiv Veränderungsprozesse anstoßen.

Der entscheidende Unterschied in unserem Tool liegt in dem Bottom-Up Fokus. Häufig neigen Personalinstrumente dazu, Mehrwerte hauptsächlich für die Chefetage zu bieten. Bei unserem Tool liegt der Fokus darauf, Führungskräfte und Mitarbeiter selbst zu empowern, positive Veränderungen – wenn auch erst nur im Kleinen – anzustoßen.

Was ist also eure konkrete Business-Idee?

Echometer ist ein Online-Tool, mit dem die Potenziale jeder*s Mitarbeitenden entfesselt werden. Konkret ermöglicht es, Team-Workshops durchzuführen, in denen durch gezielte, psychologisch fundierte Fragen die Diskussion angeregt wird. Das Konzept leitet sich aus agilen Arbeitsweisen ab – in diesem Zusammenhang spricht man auch von Retrospektiven statt Workshops. Die Team-Mitglieder selbst leiten aus den diskutierten Punkten selbstständig Maßnahmen ab und können ihre Entwicklung über die Zeit messen.

Ein kurzer Überblick: Wie war der Weg von der Idee zur tatsächlichen Gründung?

Gestartet wurde das Projekt im Rahmen der Founders Foundation, in deren Academy. Als dann auch Christian als Psychologe und Mitglied des VCMs an der Founders Foundation Academy teilnahm, wurde er direkt von Jean angesprochen. Einen Psychologen konnte das Team noch gut gebrauchen!

Danach wurde gebootstrapped, bis wir dann Anfang 2019 mit dem EXIST Gründerstipendium finanziell abgesichert starten konnten!

Das Ganze hat sich sehr gut entwickelt und inzwischen freuen wir uns sehr, immer mehr Mitarbeitende einzustellen, bzw. aufgrund der Nachfrage sogar einstellen zu müssen.

Welche Rolle hat der VCM bei der Gründung für dich gespielt?

Der VCM hat insbesondere auf zwei Ebenen geholfen: Durch die regelmäßigen – internen und externen – Events mit starken Inputs aus der Startup-Szene hat man extrem viel gelernt, was bei der Gründung geholfen hat.

Gleichzeitig wäre Echometer ohne das gute Netzwerk innerhalb von Münster und darüber hinaus nie in dieser Form gegründet worden.

Wann sollte man sich deiner Meinung nach dafür entscheiden zu gründen?

Dann, wenn man richtig Bock darauf hat. Außerdem sollte man sich frühzeitig in der Szene vernetzen und sich Mentoren suchen, bevor es richtig los geht. Ansonsten – so früh wie möglich irgendwelche Projekte anfangen und Erfahrungen sammeln!

Was sind die 3 wichtigsten Steps zum Gründen?

  1. Problem deines Kunden verstehen.
  2. Problem deines Kunden noch besser verstehen.
  3. Auf dem Weg der Gründung Spaß haben und den Luxus genießen, dass wir uns auf diese Weise in Deutschland selber verwirklichen dürfen.

Was sind klar „don’t“s?

In der Bude hocken und nicht mit dem Kunden sprechen.

Nicht die bestehenden Netzwerke und finanziellen Ressourcen nutzen.

Viel Geld zu investieren in eine nicht validierte Idee.

Viele würden gerne ein Startup gründen, aber denken, sie haben keine guten Ideen. Was meinst du: braucht man zum Gründen einen Geistesblitz oder kann man Ideen auch erarbeiten?

Man kann Ideen zweifellos erarbeiten! Bzw. man sollte im Alltag aktiv danach suchen. Z.B. auch – falls man B2B Ideen spannend findet – sich mit finanzstarken Personas aus Unternehmen über ihre alltäglichen Probleme unterhalten, um darauf basierend Lösungen zu erarbeiten. Das wäre ein einfacher Tipp…

Wo steht ihr mittlerweile?

Inzwischen haben wir über 40 feste Kunden in verschiedenen Ländern und unseren Umsatz dieses jahr verzehnfacht. Was Mitarbeiter angeht sind wir gerade mit vier Mitarbeitern in Vollzeit besetzt. Außerdem haben wir 2 Werkstudenten und meistens zwei bis fünf Praktikantinnen und Praktikanten. Aber wir brauchen dringend noch Unterstützung und haben gerade einige Stellen ausgeschrieben – schaut gerne mal auf unserer Jobseite vorbei!

Wie ist euer Startup finanziert?

Wir sind teils eigenfinanziert, teils über Stipendien wie das EXIST Gründerstipendium und das NRW Gründerstidpendium. In kürze werden wir außerdem eine „Seed“ Finanzierungsrunde mit Business Angels abschließen.

Erzähl doch mal von einem schönen Fuckup von euch?

Wir haben einen Kunden einmal eingeladen, er hatte jedoch unsere alte Adresse. Das heißt, kurz nach 11:00 Uhr rief er dann an und fragte: Wo müssen wir denn jetzt genau hin? Da haben wir dann gemerkt, dass er noch einmal 20 Minuten mit dem Auto zu uns fahren muss… Das war nicht so angenehm.

Und zum Schluss: Was möchtest du den VCMlern mit auf den Weg geben?

Consulting kann jeder. Bevor ihr Consultant werdet, könnt ihr auch vorher noch Spaß dabei haben, ein Gründungsprojekt in den Sand zu setzen! Das bereichert ungemein. Und vielleicht setzt ihr es ja nicht in den Sand. Sondern in den Unicorn-Himmel.

Sprich: Gründe etwas!