Der Geschäftsführer Finn Schönfeldt von Lieblingskapital aus Münster haben uns Einblicke in ihre Gründung und Unternehmen gewährt und unsere Fragen an ihn ehrlich beantwortet.

1. Welches Problem löst euer Startup?
Die meisten Anleger verfolgen bei ihrer Geldanlage eine Strategie des minimalen Risikos bei maximaler Rendite. Der Markt für emotionale Sachwerte wie Uhren, Oldtimer, Kunst oder Wein erfüllt diese Bedingungen. Investments in Sachwerte setzten jedoch Fachwissen in Bezug auf Einschätzung von Werten und Wertentwicklungen voraus, das dem „einfachen Anleger“ nicht zur Verfügung steht. Kurz: Es fehlt an Transparenz. Eine Lösung wollen wir mit unseren Indizes bieten. Der DUX –Deutscher Uhren Index ermittelt die Wertentwicklung von hochwertigen Uhren für die zurückliegenden Jahre. So wird der Markt übersichtlicher. Der Index beruht zur Zeit auf einem Datensatz von über 150.000 Auktionsergebnissen der letzten 10 Jahre, die im Zeitverlauf dargestellt und in vergleichbarer Perspektive angezeigt werden können. Ein Deutscher Wein Index und ein Deutscher Oldtimer Index sind in Planung.

2. Was ist das besondere an eurer Geschäftsidee, was ist eure USP?
Unser DUX ist ein einzigartiges Produkt, dass eine nie dagewesene Transparenz im heterogenen Uhrenmarkt schafft. Mit der Abdeckung der weiteren Assetklassen bilden wir eine Plattform, die es dem Kunden ermöglicht, schöne Dinge zu kaufen und dabei noch Geld zu verdienen.

3. Wie habt ihr euch in Stunde Null finanziert? Woher kam das Kapital?
Ich habe für die Gründung zunächst mal meine gesamten Ersparnisse verwendet. Da sich die Reserven relativ schnell dem Ende zuneigten, musste ich kreativ werden. Also habe ich Genussscheine ausgeschrieben und diese sehr hoch verzinst. Ich konnte im Freundes- und Bekanntenkreis erfolgreich dafür werben. Die Genussscheine hatten den Vorteil, dass sie unter gewissen Voraussetzungen als Eigenkapital ausgewiesen werden konnten.

4. Dein Ratschlag für zukünftige Gründer?
Man sollte sich von den vielen bürokratischen Hürden und den zum Teil hohen Kosten nicht abschrecken lassen. Auch die hohe Arbeitsbelastung wird sich früher oder später auszahlen – vielleicht sogar monetär. Das wichtigste aber ist die Erfahrung, denn die ist unbezahlbar.

5. Wo seht ihr euch heute in einem Jahr?
Unser langfristiges Ziel ist es, die führende deutsche Plattform für Informationen zu alternativen Anlagemöglichkeiten und den Erwerb von Sachwerten zu sein. Da dies momentan noch ein Nischenmarkt ist, sind wir optimistisch dieses Ziel binnen eines Jahres zu erreichen.

6. Wenn ihr 500.000€ bekommen könntet, was würdet ihr damit machen?
Damit würden wir probieren auch Kunden aus anderen Ländern einen einfacheren Zugang zu dieser Anlageform zu verschaffen.

7. Was könnte man an der Gründerlandschaft in Deutschland verbessern?
Wichtig für ein junges Unternehmen sind gute Infrastrukturen und Fördermöglichkeiten aller Art. Da gibt es in Deutschland noch viel Luft nach oben, insbesondere wenn mal einen Blick nach Amerika geworfen hat.
Im Allgemeinen sollte es wieder attraktiver werden ein Unternehmer zu sein oder werden zu wollen. Das öffentliche Meinungsbild ist schlechter denn je. Ich habe noch nie einen Tatort gesehen, in dem der Unternehmer nicht „der Böse“ war.