Am 24. Juni war bei unserem Let’s Talk Event vom VCM David Middelbeck zu Gast, der mit TechLabs und edyoucated bereits zwei Startups aus der Taufe gehoben hat. Eine Stunde lang hat er uns an seiner spannenden Reise auf dem Weg zur Gründung teilhaben lassen, was ihn motiviert hat, woran er gewachsen ist und wie die Lage aktuell aussieht.

Edyoucated

Wie er denn seiner Oma erklären würde, was er da bei edyoucated eigentlich macht war die zuerst gestellte Frage. David antwortete im Grunde sei er ein Lehrer mit dem Ziel alle SchülerInnen dort abzuholen wo sie stehen und an ihr individuelles Ziel zu bringen. Personalisiertes Lernen sei der zentrale Faktor bei edyoucated. Was gelernt wird? Alles im Bereich der digitalen Welt. Das Startup sei für Unternehmen, die an irgendeiner Stelle ihrer digitalen Transformation Hilfe benötigen. Was seine Rolle dabei sei, wurde weiter gefragt. Er sei eigentlich an allen Stellen aktiv, meint David, wie (leider) ja fast alle Entrepreneure. Eigentlich sei es seine Aufgabe sich um das Produkt zu kümmern und somit die Schnittstelle zwischen Entwicklung und Verkauf zu sein. Die Bedürfnisse der KundInnen und Entwicklungen am Markt aufzugreifen und das Tool dahingehend anpassen zu lassen. Doch es sei eben ein Startup und somit sei er auch in anderen Bereichen wie Investor Relations, Sales oder Hiring aktiv.

TechLabs

Nun kommt auch Techlabs ins Gespräch. Wo sich TechLabs und edyoucated unterscheiden ist die Frage. „Die beiden Startups haben erstmal gar nichts miteinander zu tun, außer dass ich an beiden beteiligt bin“, meint David. TechLabs sei 2017 aus dem Wunsch heraus entstanden Studierenden Tech-Themen auf eine Art näher zu bringen, dass sie sich auch neben dem Studium gern mit ihnen beschäftigen. So wollten sie dazu beitragen, die Skill-Gap im Techbereich zu schließen. Auch hier sei das Ziel gewesen, individuelles Lernen zu fördern und keine one-size-fits-all-Lösung zu entwickeln. Außerdem sollte Lernen in einer engen Community stattfinden, das Ganze war zunächst relativ lokal für Münster gedacht. TechLabs ist ein Non-Profit Unternehmen mit mittlerweile ca. 200 Freiwilligen. Edyoucated hingehen richte sich an Unternehmen, die dafür zahlen die Plattform zu nutzen und so ihren Mitarbeitenden passende Lerninhalte zur Verfügung zu stellen.

War Gründen dein Traum?

Auf die Frage, ob er schon immer hatte Gründen wollen antwortete David „auf keinen Fall!“. Er habe Wirtschaftsinformatik studiert und wollte wie die meisten irgendwann erstmal ins Consulting gehen. Doch in seinem Master hat es ihn aus Neugier an einer anderen Art der Lehre nach Harvard verschlagen und da wurde der Funke für Entrepreneurship in ihm entfacht. In Harvard sei die Lehre sehr viel stärker an der Praxis und den Bedürfnissen der Lernenden orientiert gewesen. Einen Kurs konnte er am nahegelegenen Massachusetts Institute of Technology belegen, wo es seine Aufgabe war, mit seinen Kommilitonen in der Zeit des Kurses ein Unternehmen zu bauen. Hier habe er gelernt von der Theorie ins „Machen“ zu kommen und die Zeit dort habe ihn sehr inspiriert. Um nach Harvard zu kommen habe er sich schlichtweg einfach beworben. Laut David vielleicht etwas aufwändiger als bei einem „normalen“ Auslandssemester, aber machbar.

Nach seinem Master hat David erstmal beim Westphalia DataLab gearbeitet. Ob er es empfehlen können vor der Gründung zu arbeiten? „Viele Wege führen nach Rom“, war seine Antwort. Vertrauen in den eigenen Weg sei wichtig. Für ihn waren seine Stationen im Leben, (Harvard, Westphalia DataLab, TechLabs) sehr hilfreich für den Aufbau von edyoucated. Vor allem die Führungserfahrung, die er bei TechLabs sammeln konnte. In einer Non-Profit Organisation, in der die Leute freiwillig mitarbeiten, bekomme man durch die Reaktion der Mitarbeitenden direktes Feedback zum eigenen Führungsverhalten. Macht man seinen Job gut, bleiben die Leute, macht man ihn schlecht, gehen sie.

Auf was sollte man beim Gründen achten?

Beim Gründen selbst sei das Team DER entscheidende Faktor. Man brauche Leute, die mit einem durch Dick und Dünn gehen, die sich gegenseitig in schwierigen Phasen der Gründung unterstützen. Dabei sei noch wichtiger als komplementäre Expertisen, dass man geteilte Werte hat, die man im Unternehmen leben möchte. Expertise könne man immer noch später hinzuholen, meint David. Beim Thema Förderung solle man immer Kosten und Nutzen abwägen. Förderungen können enorm hilfreich sein, machen jedoch auch Arbeit. Deshalb sollte man hier schauen, welche wirklich sinnvoll für das eigene Projekt sind. Auch mit Bootstrapping oder Venture Capital ließen sich Startups finanzieren. Was rückblickend das Wichtigste bei der Gründung von edyoucated war, wurde nun gefragt. Dass sie sich von Beginn an stark auf die Entwicklung des Produkts konzentrieren konnten, früh einen großen Kunden hatten und von diesem viel wertvolles Feedback erhalten haben, sagt David. Von Anfang an eng mit Kunden zusammenzuarbeiten sei sehr wertvoll. Aktuell seien neue Themen relevant, wie Core Company Building, eine Unternehmenskultur aufbauen und relevante Stellen besetzen. Ob er bei seinen ganzen Projekten ein besonderes Zeitmanagement habe? Er tracke seine Zeit für jede Aktivität und prüfe dann einmal die Woche, ob er auf den aktuell wirklich wichtigen Projekten genug Zeit verbracht habe. Aber jeder habe da seine eigene Technik. Und sein abschließender Tipp zu der Ideenfindung beim Gründen? „Nicht zu sehr unter Druck setzen, die allertollste Idee finden zu müssen. Stattdessen sich ein Problem vornehmen und gemeinsam intensiv darüber nachdenken, wie eine Lösung für diese Problem aussehen könnte.“

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