Am Donnerstag, den 27. Januar, durfte der VCM Dr. Oliver Dlugosch, Co-Founder und SVP-Operations des Unicorns Razor Group, beim digitalen Let’s Talk begrüßen.

Das solltest du über Oliver wissen

Oliver studierte in Düsseldorf, wo er ursprünglich auch herkommt, und in New York Physik. An der Physik reizte ihn vor allem das herausarbeiten und lösen von Problemen. Da er außerdem eine gewisse Faszination für die ihm noch unbekannte Businesswelt hegte, stieg er bei Mc Kinsey ein. Nach dem Absolvieren einer betriebswirtschaftlichen Einführung bei dem Beratungsunternehmen im Schnelldurchlauf, begann er seine Arbeit im Consulting. Parallel zu seiner Beratertätigkeit promovierte Oliver summa cum laude zum Thema „Smart City Analytics“.

Nach seiner Promotion fing er an bei Fortuna Düsseldorf im Arbeitsfeld Strategie und Marketing an zu arbeiten. Nach Aufkommen der Corona-Pandemie und der damit einhergehenden Zwangspause des Fußballclubs, gründete Oliver mit vier Mitgründern das E-Commerce Start-Up Razor Group mit der Motivation in kurzer Zeit ein großes Unternehmen aufzubauen. Das Geschäftsmodell: schon profitable Amazon FBAs kaufen, weiterentwickeln dieser Brands und ihrer Produkte, z.B. in Bezug auf die Supply Chains und das Marketing, um die Wertschöpfung zu steigern.

Versprechen und Ziele der Razor Group

Das Versprechen der Razor Group ist, dass der ganze Verkaufsprozess innerhalb von höchstens sechs Wochen abgewickelt sein soll. Möglich macht das der größtenteils automatisierte und standardisierte Kaufprozess. Das Ziel, was nicht standardisiert zu erreichen ist, ist jedes Unternehmen individuell zu analysieren, aber auch zu verstehen warum der Gründer gerade jetzt sein FBA verkaufen möchte, auch um sich vor den wenigen schwarzen Schafen an FBAs zu schützen. Pro Monat kauft die Razor Group zur Zeit etwa 5-10 Unternehmen. So hat über die Zeit eine Diversifikation über 80 Brands hinweg stattgefunden, die insgesamt etwa 8000 Produkte in sich vereinen, z.B. aus den Bereichen Home & Living und Pets.

Die Gewinnmargen der Razor Group liegen bei 20-30%, zusätzlich dazu wachsen aufgekaufte Brands durch den hohen Fremdkapital-Anteil im Unicorn und den dadurch entstehenden Hebel um teilweise 150-200% pro Jahr. Dadurch schaffte es das Unternehmen schon letztes Jahr profitabel zu sein, hing also nicht wie klassische Start-Ups Jahre in den roten Zahlen. Da einige der 5 Gründer schon einmal gegründet hatten, lief auch das Foundraising sehr gut. Mittlerweile sind z.B. Blackrock und Victory Park Capital als Investoren engagiert.

So sind die Unternehmensstrukturen bei der Razor Group aufgebaut

Die Unternehmensstruktur besteht aus vielen Functional-Teams, die sich im dynamischen Austausch miteinander befinden, was auch Oliver immer wieder motiviert weiterzumachen und das Unternehmen noch weiter im Wachstumsprozess zu stützen. Das Headquarter ist in Berlin, größter Absatzmarkt sind aber die USA mit Außenstelle Austin. Auch in London, Neu Delhi und Hangzhou, China, befinden sich Standorte. In China wird aber bspw. nicht verkauft. Außerdem wird jede gekaufte Brand von einer Person geführt, die mit allen Teams und Experten für unterschiedlichste Bereiche zusammenarbeitet um die Brand noch besser performen zu lassen.

Die globalen Lieferketten werden von Teams perfektioniert, Lieferkettenprobleme werden durch schnelles anpassen der supply chain behoben, sodass die Liefer- und Logistikprobleme während der Pandemie zwar ein Problem waren, da Mehrkosten entstanden, aber zu keinen größeren Ausfällen geführt haben. An diesem glimpflichen Ausgang, hatten wohl auch die in Warenlagern als Backup vorhandenen Produkte ihren Anteil, womit das Unternehmen Lieferengpässe für einige Monate kompensieren kann.

Ein Konkurrent auf dem deutschen Markt ist SellerX, jedoch ist die Razor Group deutschland- wenn nicht sogar europaweit Marktführer. Der Weltmarktführer beim Aufkaufen von Amazon FBAs, Thrasio, kommt aus den USA.

Das Ziel der Razor Group für 2022 ist das verdreifachen des Business. Wir sind gespannt ob das Berliner Unternehmen dieses ehrgeizige Ziel erreicht.

Zu guter Letzt war der Let‘s Talk mit Oliver ein super interessanter Einblick in das Geschäft mit FBAs und in das ganze Unternehmen Razor Group.

Du willst keinen Let’s Talk mehr verpassen, bist gründungsbegeistert und hast Lust die Gründerszene in Münster voran zu bringen? Dann werde hier Teil des Venture Clubs Münster.