Angenommen du möchtest dich mit einem neuen, nie da gewesenen Toaster selbstständig machen. Dazu kaufst du dir von deinen eigenen mühsam ersparten 300€ eine schicke Toaster-Flotte beim Händler und verkaufst sie weiter in der Hoffnung auf den großen Erfolg. Herzlichen Glückwunsch! Denn du hast somit erfolgreich die Methode des Bootstrapping angewandt. Bootstrapping bedeutet schlicht, dass ein Unternehmen ohne externe Kapitalgeber startet – also eigenfinanziert ist.

Was heißt das für die Praxis: Machen, oder nicht?

Wie die meisten Dinge im Leben birgt auch die Bootstrapping Methode bei der Unternehmensgründung Vor- und Nachteile. Unabhängig von externen Kapitalgebern zu sein bietet einem natürlich eine Menge Freiheit und Unabhängigkeit. Ist man ein wenig gewachsen undsholt schließlich doch Investoren mit ins Boot, sind diese meist beeindruckt, wenn ein Startup eigenfinanziert gewachsen ist. Auf der anderen Seite heißt ein extrem knappen Budget, dass man mit Zeit, Personal und generell Ressourcen sehr gut haushalten muss. Es gilt möglichst schnell einen positiven Cashflow zu erzeugen. Die Knappheit aller Ressourcen direkt bei der Gründung muss aber nicht nur ein Nachteil sein: Wer von Anfang an lernt so wirtschaftlich und effizient wie möglich zu arbeiten, wird von dieser Erfahrung immer profitieren.

Zu den Unternehmen, die mit Bootstrapping, also eigenfinanziert erfolgreich wurden gehört zum Beispiel MyMüsli. Richtig gehört, der beliebte Müsli-Anbieter war von Beginn an profitabel und hat sich somit 2013 wieder von seinen Business-Angels getrennt. Auch der Datentransferanbieter Wetransfer oder die Teekampagne sind erfolgreiche Beispiele für Bootstrapping.