Jeder hat es schonmal gehört und vielleicht auch schonmal unbewusst angewendet, aber was genau ist Design Thinking? Was bedeutet es? Warum ist es aktuell überall zu lesen? Und was macht es so wichtig?

Ganz allgemein ist Design Thinking eine systematische Herangehensweise an komplexe Problemstellungen aus allen Lebensbereichen. Denn im Gegensatz zu vielen Herangehensweisen in Wissenschaft und Praxis, die die Lösbarkeit der Aufgaben technisch angehen, stehen hier Nutzerwünsche und -bedürfnisse sowie nutzerorientiertes Erfinden im Mittelpunkt des Prozesses. Design Thinker schauen durch die Augen des Nutzers auf das Problem und versetzen sich dadurch in die Rolle des Anwenders. Das Ergebnis eines Design Thinking Prozesses ist dabei in der Regel eine Innovation.

Design Thinking wird sowohl als Methoden-Set als auch als Ansatz, Denkweise und Prozess beschrieben. Der Begriff Design Thinking geht auf den methodischen Aspekt ein: kreatives Denken soll durch methodisches Setting begünstigt, gefördert und zielorientiert eingesetzt werden.

Der Erfolg von Design Thinking wird maßgeblich durch eine gemeinschaftliche Arbeits- und Denkkultur bestimmt.

Der Design-Thinking-Prozess ist an den Arbeitsprozess angelehnt, dem Designer intuitiv folgen. Obwohl der Design Thinking-Prozess kreativ und unkonventionell ausgelegt ist, sollten sechs Schritte beachtet werden.

Verstehen: In der Phase des Verstehens macht das Team den Problemraum deutlich. Beobachten: In der Phase des Beobachtens orientieren sich die Teilnehmer nach außen und bauen Empathie für die Nutzer auf. Sichtweise definieren: In dieser Phase geht es darum, die Sichtweise zu definieren. Es werden die gewonnenen Erkenntnisse zusammengetragen und verdichtet. Ideen finden: In der Phase Ideen finden entwickelt das Team zunächst eine Vielzahl von Lösungsmöglichkeiten, um sich dann zu fokussieren. Prototypen entwickeln: Das anschließende Prototypen dient der Entwicklung konkreter Lösungen, die an den passenden Zielgruppen getestet werden können.

Eines der berühmtesten Beispiele für Design Thinking ist Airbnb. In den Anfangszeiten hatten die Gründer Probleme, herauszufinden, warum bestimmte Anzeigen sehr erfolgreich, andere es aber nicht waren. Mittels der Design Thinking Methoden fanden sie schnell heraus, dass nicht erfolgreiche Anzeigen eines gemeinsam haben: Sie hatten schlechte Fotos. Um dieses Problem zu lösen wurde ein Fotografen-Programm gestartet, um Vermieter mit einladenden Fotos zu unterstützen. Diese Analyse und Lösung wird als “Trendwende” in der AirBnB Geschichte geschildert.

Design Thinking ist also viel mehr als nur eine Methode, um Lösungen für Probleme zu finden: Es ist eine Haltung, in der es um Achtsamkeit gegenüber der Außenwelt geht, um einen Perspektivenwechsel und um Vertrauen in die eigene Lösungsfähigkeit.