5 cognitive biases um Fehlentscheidungen zu vermeiden

In vielen Bereichen und besonders als Startupgründerin findet man sich schnell in der Rolle der Entscheidungsträgerin wieder. Viel hängt von den eigenen Entscheidungen ab und auch wenn es eigentlich heißt „Fehler machen, aus Fehlern lernen“ möchte man doch Fehlentscheidungen möglichst minimieren.

Aber zunächst eine Frage: Wenn ein Baseballschläger und ein Baseball zusammen 1,10€ kosten und der Baseballschläger 1€ mehr kostet als der Baseball. Wieviel kostet dann der Baseball?

Wenn deine Antwort 10ct und nicht 5ct war hat dir dein Gehirn soeben einen Streich gespielt. Und das ist kein Ausrutscher.

Zunächst ein Einblick in die Erkenntnisse der Psychologie: Den größten Teil unserer Kognition (d.h. unserer Informationsverarbeitung) machen eher unbewusste, routinierte Prozesse aus. Diese kognitiven Abkürzungen sorgen dafür, dass wir mit der täglichen Informationsflut zurechtkommen, ohne überlastet zu werden. Für spezielle Denkanstrengungen haben wir dann folglich ausreichend Kapazitäten, um uns auf diese zu fokussieren . Nur jener kleine Teil findet aktiv-reflektierend statt. Die Abstimmung zwischen beiden Systemen ist jedoch alles andere als perfekt und wir reflektieren nicht immer aktiv, da uns unsere intuitive Einschätzung komplett fehlerfrei erscheint. Das Resultat? Kognitive Verzerrungen.

Kognitive Verzerrung (eng.: cognitive bias ) ist der Oberbegriff für systematisch auftretende Denk- und Wahrnehmungsfehler, die meist unbewusst auftreten und die menschliche Entscheidungen beeinflussen.

Die gute Nachricht: Das bloße Bewusst machen unserer möglicherweise verzerrten Entscheidungen und der daraus resultierenden Skepsis alleine hilft schon diesen Fehlern vorzubeugen.

Im Folgenden schauen wir uns 5 biases an, die für Startups besonders relevant sind:

  • Planungsfehlschluss (eng.:Planning fallacy) beschreibt die Tendenz von Menschen und Organisationen, den Zeitaufwand zu unterschätzen, den sie zur Vollendung einer Aufgabe benötigen.

https://www.researchgate.net/figure/Figure-5-the-confirmation-bias_fig2_349297369

  • Versunkene-Kosten-Falle (eng.: Sunk Cost Fallacy)beschreibt das weitere Investieren in Projekte, die sich bereits als nicht zielführend oder falsch erwiesen haben, aber da schon viel reingesteckt wurde fällt das abschreiben des Projekts schwerer)
  • Status-quo-Verzerrung (eng.: status quo bias) Bezeichnet eine übermäßige Bevorzugung des Status quos gegenüber Veränderung. Veränderung ist gerade in Startups von großer Relevanz. Der erste Kurs/Weg wird nicht der Einzige sein und im Status quo zu bleiben kann die weiteren Möglichkeiten einschränken

https://www.researchgate.net/figure/Figure-5-the-confirmation-bias_fig2_349297369

  • Bestätigungsfehler (eng.: confirmation bias) bezeichnet die Neigung Informationen so auszuwählen, zu ermitteln und zu interpretieren, dass diese die eigenen Erwartungen erfüllen. Gerade Informationen die einen Grund geben den aktuellen Kurs zu ändern sind jedoch absolut wichtig und man sollte sich bewusst sein, dass man diese mitunter geringer gewichtet als angemessen.

https://www.researchgate.net/figure/Figure-5-the-confirmation-bias_fig2_349297369

  • Rückschaufehler (eng.: hindsight bias) Aus Fehlern lernt man, doch was, wenn man sich einer Fehleinschätzung im Nachhinein nicht mehr bewusst ist?Der Rückschaufehler bezeichnet die Neigung dazu, nachdem ein Ereignis eingetreten ist, die Vorhersehbarkeit dieses Ereignisses zu überschätzen. Eine einfache Lösung ist die stärkere Dokumentation der Prognosen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Rückschaufehler

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